Unser Leserbrief in der FNP zum Ausgang der Kommunalwahl

Der vielzitierte Bundestrend sowie Sondereffekte („Fukushima“) können das Ergebnis der Kommunalwahl auf Landesebene, vielleicht auch ansatzweise auf Stadtebene erklären. Jedoch spätestens auf der Ortsbezirksebene versagt dieser Erklärungsansatz. Warum gewinnt die CDU bspw. in Harheim, Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach entgegen des Wahltrends, während sie im angrenzenden Stadtbezirk 10 (Eckenheim, Bonames, Preungesheim und Berkersheim) ihre Mehrheit verliert. In Berkersheim, einer traditionellen CDU-Hochburg, verliert sie sogar 8,6%. Die Wahlanteile der SPD verhalten sich entgegengesetzt. Warum büßen die Grünen im Stammbezirk Nordend sage und schreibe fast  15 % ein?
Eine Antwort liegt auf der Hand: das stadtpolitische Mantra „Bauen, bauen, bauen“ wurde hier (mit-) abgewählt. Weil sich die CDU gegen den Pfingstberg ausgesprochen hat, wurde sie in den nordöstlichen Stadtteilen „belohnt“, weil die SPD sich für eine stärker begrenzte Bebauung in Bonames einsetzte und Berkersheim-Süd statt Ost propagierte, wurde sie im „10er“ verstärkt gewählt. Weil die Grünen das Innovationquartier gut heißen, verloren Sie im Nordend an Unterstützung.
Bauen ja, weil es sein muss. Aber nicht ohne Rücksicht auf die Gegebenheiten vor Ort und die Menschen, die hier bereits leben. Für den Stadtbezirk 10 heißt das konkret: eine sozialverträgliche Bebauung in Bonames und Berkersheim-Süd/Preungesheim statt Ost, flankiert von einem Verkehrs(vermeidungs)konzept für den gesamten Nord-Osten aus einem Guss statt verkehrsplanerischen Stückwerk sowie massiven Investitionen in die defizitäre Infrastruktur (Schulen, Kitas, ÖPNV).
Für Berkersheim sind neben der Realisierung von Berkersheim-Süd statt Ost verkehrstechnisch insb. folgende Fragen zu klären:
1. Wie kann der Schleichverkehr insb. zu den Hauptverkehrszeiten über den Heiligenstockweg effektiv vermieden werden?
2. Welche Alternativen gibt es bei der zu bauenden Bahnquerung, die den Bahnübergang nach Ausbau der Main-Weser-Bahn ersetzt? Eine (breite und tverkehrsberuhigte) Omegabrücke eröffnet zusätzlichem Schleichverkehr aus dem Nord-Osten-Frankfurts ein Einfallstor und die belastedörfliche Infrastruktur (Bahnstraße/Dachsberg) über Gebühr.
3. Wie kann Berkersheim-West/Siedlung Am Neuenberg verkehrsneutral mit Berkersheim verbunden werden?
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